Wie erleben Kinder die Situation?

Eine Hirnverletzung von Mutter oder Vater wirkt sich auch auf den Alltag und die Befindlichkeit der Kinder aus. Sie können die Probleme der Eltern oft nicht einordnen. Die einen reagieren mit Wut, andere fühlen sich zurückgewiesen, ungeliebt oder gar mitschuldig. Informieren Sie die Kinder altersgerecht über den Grund der Beeinträchtigungen oder des veränderten Verhaltens. 

Für Kinder ist es nicht leicht, die Gefühle ihrer Betroffenheit auszudrücken. Was teilweise als Gleichgültigkeit oder Aggressivität gegenüber dem betroffenen Elternteil erscheint, kann Ausdruck grossen Leidens sein. Deshalb ist es wichtig, die Kommunikation aufrecht zu erhalten und die Kinder altersgerecht über die Hirnverletzung zu informieren. Die Kinder sollen mit vertrauten Personen oder einer Familien-/ Jugendberaterin über ihre Sorgen sprechen können. Wichtig ist, den Kindern zu sagen, dass sie keine Schuld am Ereignis tragen. Die Eltern-Kind-Verbindung darf nicht unterbrochen werden. Der betroffene Elternteil benötigt allenfalls Unterstützung, um die Rolle als Vater oder Mutter nicht zu verlieren. Die Kinder sollten nicht die Rolle eines Elternteils übernehmen müssen, indem man ihnen Verantwortung überträgt, die ihrem Alter nicht entspricht.


Kinder wünschen sich Liebe, Geborgenheit, Aufmerksamkeit sowie genügend Zeit zum Spielen und für Hobbys. Fördern Sie regelmässige Kontakte zu Verwandten, Nachbarn, Schulfreunden und deren Eltern. Für ein Kind sind solche Kontakte äusserst wichtig, um mit vertrauten Menschen über die veränderte Situation sprechen zu können. Ziehen Sie in regelmässigen Abständen eine Fachperson bei, z.B. von Familien- oder Jugendberatungen in der Region.

 

Lesetipp: "Kinder im Schatten". Das Buch ist in unserer Bibliothek zu finden.