Finanzierung bei Krankheit

Spitalaufenthalt

Die Krankenkasse übernimmt im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Kosten des Aufenthalts in der allgemeinen Abteilung eines Spitals. Das Spital muss auf der Spitalliste aufgeführt sein. Die Behandlung muss wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein.

 

Rehaklinik

Für den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik braucht es eine Kostengutsprache der Krankenkasse. Der behandelnde Arzt muss für die Notwendigkeit der Behandlung einen Bericht einreichen. Dieser wird durch den Vertrauensarzt der Krankenkasse geprüft.

 

Physio-, Ergotherapie und Logopädie

Therapien, die vom Arzt angeordnet und bei diplomierten Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt werden, müssen von der Krankenkasse übernommen werden. Die Zahl der Therapiestunden ist begrenzt.

 

Spitex

Die Krankenkassen haben die Leistungen im Spitex-Bereich zu übernehmen, wenn eine ärztliche Anordnung vorliegt. Die ärztlichen Anordnungen gelten in der Regel zeitlich befristet, können jedoch wiederholt werden. Seit 2011 haben Versicherte nebst der Franchise und dem Selbstbehalt, je nach Kanton, selbst einen Kostenanteil zu tragen.

 

Lohnfortzahlungspflicht/Krankentaggeldversicherung

Die Lohnfortzahlungspflicht nach Obligationenrecht (OR) ist begrenzt. Länger bezahlen Krankentaggeldversicherungen. Es besteht kein Versicherungsobligatorium und es gelten individuelle Vertragsvereinbarungen. Üblicherweise sind 80 % des Lohnes abgedeckt während 720 Tagen, wobei Wartefristen häufig sind. Falls keine Krankentaggeldversicherung besteht und die betroffene Person unter das Existenzminimum fällt und ohne Vermögen ist, kann auf der Gemeinde Sozialhilfe beantragt werden.

Was, wenn die Krankenkasse keine Kostengutsprache leistet?

Bevor der Übertritt in eine Rehabilitationsklinik erfolgt oder eine ambulante Therapie begonnen werden kann, muss bei der Krankenkasse eine Kostengutsprache eingeholt werden. Wenn sich die Krankenkasse weigert, eine Behandlung zu übernehmen, haben sie verschiedene Möglichkeiten: Versuchen Sie sich zuerst mit der Krankenkasse zu einigen. Wenn das nicht gelingt, wenden Sie sich an die Ombudsstelle der sozialen Krankenversicherungen, die kostenlose Vermittlung anbietet: www.om-kv.ch. Dokumente wie Versicherungspolice, Kostengutsprache bzw. deren Ablehnung braucht die Ombudsstelle, um sich ein Bild der Situation zu machen. Ein Ombudsmann ist kein Anwalt, kann aber in manchen Fällen einen Gang zum Gericht verhindern. Die Ombudsstelle hört sich Ihre Anliegen an und berät zum weiteren Vorgehen.