Hirnblutung mit 24 Jahren – und plötzlich ist alles anders

Zürich, 14. April 2014 / 4’500 Menschen zwischen 20 und 40 Jahren werden jährlich in der Schweiz wegen Hirnschlag, Schädel-Hirn-Trauma oder einer Hirnerkrankung behandelt – viele kämpfen danach lebenslang mit den Folgen. FRAGILE Suisse will auf ihre Anliegen aufmerksam machen und stellt 2014 junge Betroffene ins Zentrum.

 

Die KV-Angestellte Sabrina C. ist 24, als die Ärzte bei ihr eine Hirnblutung feststellen. Die heute 26-Jährige lebt mit den unsichtbaren Folgen ihrer Hirnverletzung: Sie hat Probleme sich zu konzentrieren, verliert an geschäftigen Orten schnell die Orientierung und ist nur noch vermindert leistungsfähig. Ihren Traumjob musste sie aufgeben. Doch sie kämpft weiter: „Ich möchte mindestens 50 Prozent arbeiten können.“ Im Austausch mit anderen jungen Betroffenen bei FRAGILE Suisse findet sie Halt.

 

Zerbrechliche Liebe

Der Landschaftsarchitekt Marius S. erleidet mit 27 Jahren einen Hirnschlag. Zwei Monate liegt der Vater einer einjährigen Tochter im Koma. «Für sie aber war es nötig zu kämpfen.» Nach Monaten kehrt er heim. Doch die Hirnverletzung hat ihn verändert: Er geht an Krücken und seine frühere Selbstständigkeit erlangt er nicht wieder. Die junge Familie ist mit der Situation überfordert. Schliesslich trennt sich seine Freundin von ihm und zieht mit der Tochter aus.

 

Jung und hirnverletzt

Wie Marius S. und Sabrina C. ergeht es vielen jungen Leuten in der Schweiz. Jedes Jahr werden 4’500 Patientinnen und Patienten zwischen 20 und 40 Jahren wegen Hirnschlag, Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumor oder einer Hirnerkrankung im Spital behandelt – viele kämpfen danach ein Leben lang mit Beeinträchtigungen. Können sie trotzdem ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen? Schaffen sie den Berufseinstieg? Finden sie eine Partnerin, einen Partner? Die Schicksale von jungen Betroffenen berühren. Darum stellt FRAGILE Suisse, die schweizerische Vereinigung für Menschen mit Hirnverletzung und ihre Angehörigen, 2014 ihre Bedürfnisse ins Zentrum.

 

Projekte mit jungen Betroffenen

„Jungen Menschen, die durch eine Hirnverletzung aus dem Leben gerissen werden, fehlt vielfach die Berufserfahrung und das soziale Netz“, begründet Marcel Odermatt, Geschäftsleiter von FRAGILE Suisse. „In dieser Situation ist es besonders schwierig, einen neuen Alltag zu gestalten.“ Für sie bietet FRAGILE Austausch- und Freizeitmöglichkeiten in Zürich, Bern und Luzern. Auf Initiative junger Betroffener hat die Organisation zudem ein Online-Forum geschaffen. Gemeinsam mit jungen Menschen mit einer Hirnverletzung will FRAGILE Suisse in diesem Jahr weitere Projekte realisieren.

 

Weitere Informationen sind unter www.fragile.ch abrufbar.


Auskünfte für Medienschaffende erteilt:

Dominique Marty
Leiterin Kommunikation FRAGILE Suisse

marty(at)fragile.ch

Telefon: 044 360 30 61 oder 076 425 34 49

 

Spezialausgabe des Magazins von FRAGILE Suisse 

Zum Thema „Junge Menschen mit einer Hirnverletzung“ erschien eine Spezialausgabe des FRAGILE-Magazins. Portraitiert werden fünf junge Menschen mit einer Hirnverletzung. Sie schildern, wie sie mit der Beeinträchtigung umgehen, welche Auswirkungen diese auf ihren Lebensalltag hat und was sie sich für die Zukunft wünschen.

 

Die Spezialausgabe ist als PDF verfügbar oder kann bei FRAGILE Suisse bezogen werden: kommunikation(at)fragile.ch.