Studien mit FRAGILE Suisse

Das Universitätsspital Zürich führt zurzeit zusammen mit FRAGILE Suisse zwei Studien durch.

  • In der ersten Studie untersuchen die Forscher, welche Unterschiede der Hand- und Armfunktion bei einem Menschen mit eingeschränkter Armfunktion nach Schlaganfall und bei einem gesunden Menschen bestehen.
  • In der zweiten Studie wird untersucht, ob sich ein am Handgelenk getragenes Gerät auf den alltäglichen Armgebrauch von Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer einseitigen motorischen Einschränkung des Armes leiden, auswirkt.

Für beide Studien werden noch Patienten gesucht.
Betroffene, die sich für eine der Studien zur Verfügung stellen möchten, wenden sich an Jeremia Held, Studienkoordinator: neuroreha(at)usz.ch, Telefon 044 255 56 45


Interview mit Jeremia Held

Jeremia Held ist Physiotherapeut, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Studienkoordinator.

Was sind das für Studien?
Mit der einen Studie untersuchen wir, welche Unterschiede der Hand- und Armfunktion bei einem Menschen mit eingeschränkter Armfunktion nach Schlaganfall und einem gesunden Menschen bestehen.

Wer kann bei dieser Studie mitmachen?
Es können alle Personen nach einem ischämischen Schlaganfall teilnehmen, der mindestens sechs Monate zurückliegt und Einschränkungen der Arm- und Handbewegungen zur Folge hatte. Sie sollten ihren betroffenen Arm teilweise gegen die Schwerkraft anheben und einfach Beuge- und Streckbewegungen in den Finger ausführen können.

Was müssen Studienteilnehmer tun?
Es werden anerkannte Tests zur Beurteilung der Arm- und Handbewegungen und der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit durchgeführt. Weiter werden die Betroffenen von Therapeuten mit Blickbewegungsmesser- Brille ausgestattet. Die zwei mal drei cm grossen Sensoren werden mit Funktionsbändern an Armen, Beinen und Rumpf befestigt. Mit beiden Systemen werden verschiedene in der Schlaganfall- Rehabilitation etablierte motorische Tests durchgeführt.

Welchen Nutzen haben die Betroffenen, die bei der Studie mitmachen?
Persönlich werden sie keinen direkten Nutzen von der Teilnahme am Projekt haben. Die Resultate können jedoch wichtig sein, um weitere Erkenntnisse über Bewegungsmuster des Armes und der Hand zu gewinnen, die als Grundlage für neue Therapieansätze in der Armrehabilitation nach Schlaganfall dienen sollen.

Worum geht es in der zweiten Studie?
In dieser Studie untersuchen wir Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer einseitigen motorischen Einschränkung des Armes leiden. Wir wollen herausfinden, wie sich ein am Handgelenk getragenes Gerät auf den alltäglichen Armgebrauch und eine Reihe von Tests auswirkt. Das Gerät wird von den Studienteilnehmenden während sechs Wochen kontinuierlich ihre Armbewegungen aufzeichnen.

Wie ist der Ablauf?
Bei einer ersten Studienuntersuchung werden demographische Daten sowie Details in Bezug auf den Schlaganfall erhoben, sowie verschiedene subjektive Einschätzungen mit strukturierten Interviews erfragt und motorische Fähigkeiten mit praktisch-funktionellen Tests objektiv erfasst. Nach sechs Wochen Tragen des Gerätes werden hauptsächlich nochmals dieselben Tests durchgeführt.

Wer eignet sich für die Teilnahme dieser Studie?
Alle volljährigen Personen, die nach einem Schlaganfall an einer einseitigen motorischen Einschränkung des Armes leiden. Dabei sollte es ihnen möglich sein, aus eigener Kraft den Arm gegen die Schwerkraft anzuheben. Zudem müssen sie fähig sein, das einer Uhr ähnelnde Gerät selbständig beidseitig an- und abzulegen. Oder sie sollten eine Unterstützungsperson haben, die ihnen dabei täglich hilft.

Und welchen Nutzen haben die Teilnehmenden von dieser Studie?
Eine Teilnahme an dieser Studie kann möglicherweise einen positiven Effekt auf die Verwendung des betroffenen Armes im Alltag haben. Ausserdem können die gewonnenen Daten und Resultate wichtige Erkenntnisse für anderen Patienten liefern, die ebenfalls an den motorischen Folgen eines Schlaganfalls leiden.