Unser Gehirn braucht ständig Sauerstoff und Nährstoffe. Dafür wird es über Blutgefässe mit Blut versorgt. Wird die Blutversorgung eines Bereichs unterbrochen, können die betroffenen Gehirnzellen nicht mehr richtig arbeiten und werden geschädigt. In den meisten Fällen ist ein Blutgerinnsel dafür verantwortlich, das ein Blutgefäss verstopft (ischämischer Schlaganfall). Seltener reisst ein Blutgefäss und es kommt zu einer Blutung im Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall).
Plötzlich funktioniert etwas nicht mehr
Welche Folgen ein Schlaganfall hat, hängt unter anderem davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Das Gehirn steuert viele unterschiedliche Funktionen. Deshalb kann ein Schlaganfall beispielsweise dazu führen, dass ein Arm plötzlich schwach wird, das Sprechen schwerfällt oder das Gleichgewicht gestört ist.
Vielleicht kann eine Person plötzlich nicht mehr lächeln wie gewohnt. Vielleicht findet sie die richtigen Worte nicht mehr. Oder sie sieht auf einmal doppelt.
Genau solche plötzlichen Veränderungen beschreibt das BE-FAST-Modell. Es hilft, mögliche Anzeichen eines Schlaganfalls schnell zu erkennen. Treten solche Symptome plötzlich auf, zählt jede Minute. Deshalb gilt: sofort den Notruf 144 wählen.
Warum jede Minute zählt
Bei einem Schlaganfall werden Gehirnzellen geschädigt, weil sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Je länger die Durchblutung gestört ist, desto grösser kann der Schaden werden.
Heute stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche infrage kommt, hängt unter anderem von der Art des Schlaganfalls und der persönlichen Situation ab. Deshalb ist eine möglichst schnelle medizinische Abklärung entscheidend.
Das bedeutet auch: Nicht abwarten, ob die Beschwerden von selbst wieder verschwinden. Und nicht selbst mit dem Auto ins Spital fahren. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall den Notruf 144 wählen.
Ein Schlaganfall kann langfristige Folgen haben
Mit der Akutbehandlung endet die Geschichte für die betroffene Person nicht unbedingt. Ein Schlaganfall kann Folgen haben, die noch lange nach dem Ereignis spürbar sind.
Manche davon sind sichtbar: Eine Körperhälfte kann gelähmt oder geschwächt sein, das Gehen kann schwerfallen oder das Sprechen beeinträchtigt sein.
Andere Folgen sieht man nicht sofort. Schnelle Ermüdung, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei der Planung oder Veränderungen der Stimmung können den Alltag ebenfalls stark beeinflussen.
Eine Person kann beispielsweise wieder selbstständig gehen und trotzdem nach einem kurzen Einkauf völlig erschöpft sein. Sie kann sich gut unterhalten und gleichzeitig Mühe haben, einem längeren Gespräch zu folgen. Von aussen ist nicht immer erkennbar, wie viel Energie alltägliche Dinge kosten.
Der Weg zurück in den Alltag
Kein Schlaganfall gleicht dem anderen. Manche Menschen erholen sich weitgehend, andere leben langfristig mit Einschränkungen. Auch sichtbare und unsichtbare Folgen können den Alltag, die Arbeit, Beziehungen und die Selbstständigkeit verändern.
Die Erholung verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Rehabilitation kann dabei helfen, beeinträchtigte Fähigkeiten wiederzugewinnen und neue Strategien für den Alltag zu entwickeln. Manchmal geht es auch darum, den Alltag neu zu organisieren, Pausen einzuplanen oder andere Wege zu finden, um Aufgaben zu bewältigen.
Auch Angehörige sind von den Veränderungen betroffen und müssen sich möglicherweise an neue Rollen und Aufgaben gewöhnen.
Auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit unterstützt FRAGILE Suisse Menschen mit Hirnverletzung und ihre Angehörigen mit Beratung, Begleitetem Wohnen, Kursen und weiteren Angeboten. Mehr dazu hier.
