Was sagen Normen über die Helmqualität aus?

Helme müssen für einen gesetzesgerechten Einsatz in ihren Situationen bestimmte Anforderungen erfüllen. Geben uns diese die bestmögliche Sicherheit?

Helme müssen für einen gesetzesgerechten Einsatz in ihren Situationen bestimmte Anforderungen erfüllen. Geben uns diese die bestmögliche Sicherheit?

Innenseite eines Velohelms

Sowohl in der Arbeitswelt als auch Freizeit gibt es unzählige Situationen, die einen Helm erfordern: auf der Baustelle, beim Bergsteigen, bei der Brandbekämpfung, beim Ski- und Motorradfahren. Nicht überall sind Helme gesetzlich vorgeschrieben – beispielsweise auf dem Velo – doch empfohlen sind sie bei vergleichbaren Aktivitäten eigentlich immer. 

Dabei spielt nicht nur der Helm selbst eine Rolle, sondern auch dessen Art und die Normen, die er erfüllt. Entspricht ein Helm einer bestimmten Norm, bedeutet das, dass er die für die Norm obligatorischen Tests bestanden hat. Diese beinhalten zum Beispiel Aufpralltests aus einer bestimmten Höhe oder Tests für den sicheren Halt der Kinnriemen.

Wenn Sie Ihren Helm durch ein reputables Fachgeschäft erworben haben, können Sie davon ausgehen, dass er den Normen für ihren Einsatzzweck erfüllt. Prüfen können Sie dies meist auf einem Aufkleber im Inneren Ihres Helmes. Vorsicht ist geboten bei Billiganbietern im Internet.

Norm erfüllt – also bester Schutz?

Bestandene Mindestanforderungen bedeutet nicht unbedingt, dass der Helm auch den bestmöglichen Schutz für Sie bietet. Kritik an den gesetzlich vorgeschriebenen Normüberprüfungen wird beispielsweise gegenüber den geringen Aufprallgeschwindigkeiten ausgesprochen. Ein Bericht der SRF-Sendung «Kassensturz» erläutert beispielsweise, dass auf der Skipiste schnell Geschwindigkeiten von 70km/h erreicht werden – die Helme jedoch nur auf Aufprälle von 20km/h geprüft sind. Auch die getestete Art des Aufpralls wird bemängelt: Gemessen werden nur Aufprälle von oben – seitliche Aufprälle mit Rotationsbewegungen sind für das Gehirn aber deutlich gefährlicher. Hier kommen Sicherheitssysteme wie Mips ins Spiel: Sie reduzieren diese gefährlichen Rotationsbewegungen und sorgen für besseren Schutz.

Nicht nur auf Velo und Ski setzt sich Mips für besseren Kopfschutz ein – auch im Baugewerbe sollen häufiger Helme mit Rotationssystem eingesetzt werden. Erfahren Sie hier mehr über die Zusammenarbeit von FRAGILE Suisse, BMS und Mips.

Welchen Helm brauche ich?

In Art. 3b Abs. 1 der Schweizer Verkehrsregelnverordnung (VRV) ist festgehalten, welche Norm-Anforderungen für welches Fahrzeug gelten. Hier vereinfacht:

  • Motorräder: geprüft nach UNECE-Reglement Nr. 22
  • Raupenfahrzeug: SN EN 1077 oder SN EN 1078
  • Motorfahrrad und E-Bike über 25km/h: SN EN 1078

Alle Helme, die diese Mindestnormen nicht erfüllen, gelten als ungenügend und können – neben dem erhöhten Risiko für Ihre Hirngesundheit – zu Bussen oder Leistungskürzungen im Falle eines Unfalls führen. Die BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) empfiehlt jedoch für alle oben gelisteten Fahrzeuge einen Schutzhelm, der nach UNECE-Reglement Nr. 22 geprüft ist (auch als ECE-R22 bezeichnet).

Die Bauarbeitenverordnung (BauAV) unterscheidet in ihren Regeln zwischen Schutzhelmen und Schutzhelmen mit Kinnband und listet die entsprechenden Einsatzbereiche auf. Die genauen Normen sind dort nicht festgehalten. Diese werden je nach Profession in den Vorgaben für die persönliche Schutzausrüstung (PSA) aufgeführt. Normen für industrielle Schutzhelme unterscheiden beispielsweise zwischen Schlagfestigkeit und elektrischer Isolierung.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit gilt also: Egal welchen Helm Sie tragen – halten Sie die vorgeschriebenen Normen ein und ziehen Sie in Betracht, Ihren Schutz über die Mindestanforderungen hinaus zu verbessern. 

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