Rehabilitation und Therapie

Menschen mit einer Hirnverletzung können bei geeigneter Therapie sehr viele ihrer zunächst verloren gegangenen Fähigkeiten wieder erlangen. Dazu benötigen sie Anleitung, Übung, manchmal Hilfsmittel und viel Geduld. 

 

Die Rehabilitationszeit kann in drei Phasen eingeteilt werden: 

 

Frührehabilitation: Frührehabilitation nennt man den frühen Beginn von Therapien im Akutspital.

 

Stationäre Rehabilitation in einer Reha-Klinik: Eine weiterführende stationäre Therapie ist notwendig, wenn der/die Betroffene noch in vielen Alltagsbereichen unselbstständig ist beziehungsweise ein sehr intensives, multidisziplinäres Therapieangebot braucht.

 

Ambulante Rehabilitation: Nach Austritt aus der Klinik werden die Therapien solange erforderlich ambulant weitergeführt.


Die Rehabilitation kann als  lebenslanger Prozess gesehen werden.


Neuropsychologie

Die Neuropsychologie befasst sich mit den Zusammenhängen von Gehirn, Erleben, Denken und Verhalten.

Sie testet Patientinnen und Patienten mit kognitiven Einschränkungen sowie mit Veränderungen des Verhaltens. In Tests und Gesprächen zeigt sie auf, wenn sich zum Beispiel Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Affektkontrolle verändert haben. 

Neuropsychologinnen und Neuropsychologen bieten auch Gespräche zur Krankheitsbewältigung für Menschen mit Hirnverletzung und ihre Angehörigen an.

Schweizerische Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen:
www.neuropsy.ch

 

 


Physiotherapie

Die Physiotherapie ist spezialisiert auf Bewegung, körperliche Funktionsstörungen und Schmerz. Ziel ist, dass sich die Betroffenen so selbständig wie möglich bewegen können. Hilfsmittel werden sparsam und gezielt und wenn möglich nur für kurze Zeit eingesetzt.

Schweizer Physiotherapie Verband: www.physioswiss.ch

 

 


Ergotherapie

In der Ergotherapie werden mit alltagsorientierten Methoden die Handlungsfähigkeit und Selbstständigkeit in Alltag, Haushalt und Beruf geübt.


Körperliche, geistige und soziale Fähigkeiten werden mit gezielt eingesetzten Tätigkeiten und Hilfsmitteln unterstützt.

Kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Orientierung, Wahrnehmungsleistungen und Gedächtnis werden trainiert.


Die Teilhabe am Arbeitsleben, Familie und Freizeit wird gefördert.

ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz: www.ergotherapie.ch

 

 


Logopädie

Nach einer Hirnverletzung können Sprachstörungen (Dysphasien), Sprechstörungen (Dysarthrien), und Stimmstörungen (Dysphonien) einzeln oder zusammen auftreten.

In der Logopädie lernt die beeinträchtigte Person – je nach Bedarf – wieder sprechen, verstehen oder lesen. Ziel der Sprachtherapie ist, die Kommunikationsfähigkeit wiederzuerlangen.


Manche Betroffene leiden auch unter Schluckstörungen (Dysphagien). Diese werden von speziell ausgebildeten Logopädinnen, Ergo- und Physiotherapeutinnen behandelt.

Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband: www.logopaedie.ch


Alternative Therapien

Die Folgen einer Hirnverletzung sind individuell sehr unterschiedlich. Ebenso verschieden reagieren wir alle auf Therapien. Manche Menschen mit Hirnverletzung erzielten gute Erfolge mit ergänzenden Therapien.

Zu folgenden Therapieformen haben wir positive Rückmeldungen erhalten:

  • Tai Chi
  • Cranio-Sacral-Therapie
  • Feldenkrais
  • Shiatsu
  • Hippotherapie
  • Neuro-Feedback
  • Traditionelle Chinesische Medizin