Wer seine Risikofaktoren kennt, kann besser einschätzen, wo sich etwas verändern lässt. Dabei geht es nicht darum, Angst zu haben oder alles im Leben umzustellen. Prävention beginnt oft mit kleinen Schritten und damit, die eigene Gesundheit besser zu kennen.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Es gibt Erkrankungen und Voraussetzungen, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen können. Dazu gehören beispielsweise hoher Blutdruck, Arteriosklerose, Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern, Diabetes, Gerinnungs- und Gefässerkrankungen. Auch ein bereits erlittener Schlaganfall oder eine Streifung (TIA) erhöhen das Risiko für einen weiteren Schlaganfall.
Daneben gibt es Faktoren, die sich nicht oder nur begrenzt beeinflussen lassen. Dazu gehören beispielsweise das Alter, eine Schwangerschaft oder bestimmte Verhütungsmittel.
Nicht jeder Mensch, bei dem einer dieser Faktoren vorliegt, wird zwangsläufig einen Schlaganfall erleiden. Gleichzeitig können auch Menschen ohne bekannte Risikofaktoren betroffen sein. Die Faktoren beeinflussen sich zudem gegenseitig. Welche Faktoren im Einzelfall relevant sind, lässt sich am besten gemeinsam mit einer medizinischen Fachperson beurteilen.
Was Herz und Blutdruck mit dem Schlaganfallrisiko zu tun haben
Hoher Blutdruck verursacht häufig keine Beschwerden. Man kann sich gesund fühlen und trotzdem erhöhte Blutdruckwerte haben. Deshalb wird er manchmal als «stiller» Risikofaktor bezeichnet. Eine regelmässige Kontrolle hilft, die eigenen Werte zu kennen. Ob eine Behandlung oder weitere Massnahmen notwendig sind, sollte mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.
Auch Herzerkrankungen, insbesondere Vorhofflimmern, können das Schlaganfallrisiko erhöhen. Dabei schlägt das Herz unregelmässig. Die Herzrhythmusstörung kann zeitweise auftreten und wird deshalb nicht immer bemerkt. Herzrasen, Herzstolpern oder ungewöhnliche Atemnot können viele Ursachen haben. Treten solche Beschwerden neu oder wiederholt auf, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.
Auch Erkrankungen der Blutgefässe oder der Blutgerinnung können das Risiko beeinflussen. Wer bereits einen Schlaganfall oder eine Streifung hatte, sollte die Möglichkeiten zur Vorbeugung eines weiteren Ereignisses mit einer medizinischen Fachperson besprechen.
Was kann ich selbst beeinflussen?
Einige Risikofaktoren hängen mit dem Lebensstil zusammen. Das bedeutet nicht, dass man im Falle eines Schlaganfalls selbst «schuld» ist. Gesundheit wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst.
Trotzdem können kleine Veränderungen etwas bewirken:
- In Bewegung bleiben: Regelmässige Bewegung unterstützt die Gesundheit von Herz und Gefässen.
- Gesund ernähren: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Früchten und weiteren möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln kann einen wichtigen Beitrag leisten.
- Weniger oder keinen Alkohol trinken: Ein geringerer Alkoholkonsum kann das Risiko senken.
- Übergewicht vermeiden oder reduzieren: Bereits kleine, langfristige Veränderungen können einen Unterschied machen.
- Stress reduzieren: Ausreichend Erholung und bewusste Pausen können helfen, mit Belastungen besser umzugehen.
- Nicht rauchen: Wer raucht, kann mit einem Rauchstopp einen wichtigen Schritt für die Gesundheit von Herz und Gefässen machen.
- Werte kontrollieren: Erhöhter Blutdruck und hohe Cholesterinwerte sollten regelmässig kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden.
Es muss nicht alles gleichzeitig passieren. Eine kleine Veränderung, die dauerhaft gelingt, ist oft hilfreicher als eine radikale Umstellung. Weitere Tipps für Veränderungen im Alltag finden Sie hier: Zum Artikel
Kennen Sie Ihr persönliches Risiko?
Wann wurden Ihre Blutdruck-, Blutzucker- oder Blutfettwerte zuletzt kontrolliert? Gibt es in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfälle? Haben Sie Beschwerden, die Sie schon länger beobachten, aber bisher nicht angesprochen haben?
Solche Fragen können ein Anlass sein, die eigene Gesundheit mit einer medizinischen Fachperson zu besprechen.
Informiert sein bedeutet nicht, sich ständig Sorgen zu machen. Es bedeutet, die eigenen Möglichkeiten zu kennen.
Wichtig: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die persönlichen Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind individuell und können sich gegenseitig beeinflussen. Eine medizinische Fachperson kann gemeinsam mit Ihnen beurteilen, welche Faktoren relevant sind und ob weitere Abklärungen sinnvoll sind.
Und trotz aller Prävention gilt: Bei plötzlich auftretenden Symptomen wie Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprach- oder Sehstörungen oder Problemen mit Gleichgewicht und Koordination sofort den Notruf 144 wählen. BE FAST – RETTE LEBEN
