Die Zeckenenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Sie kann Menschen und die meisten Säugetiere befallen. Eine mögliche und schwerwiegende Folge der Erkrankung ist eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Sie kann Menschen und die meisten Säugetiere…

Quelle: Pexels

In den letzten Jahren wurde ein deutlicher Anstieg der Krankheit in Europa beobachtet. Die Ursachen sind vielfältig: Klimabedingungen, die das Vorkommen von Zecken begünstigt und Wetter, das Aktivitäten im Freien fördert. Auch die Schweiz bleibt von diesem Trend nicht verschont: Seit 2005 schwankt die Zahl der FSME-Fälle zwischen 100 und 200 pro Jahr. Im Jahr 2025 wurden 505 Fälle festgestellt. Die Krankheit wird meist durch den Speichel infizierter Zecken übertragen, kann jedoch in seltenen Fällen auch durch den Verzehr von rohen Milchprodukten übertragen werden (Produkte aus roher Ziegen-, Schafs- oder in Ausnahmefällen sogar Kuhmilch). 

Da sich die Erreger der durch Zecken übertragenen Meningoenzephalitis im Speichel der Zecken befinden, können sie direkt beim Stich übertragen werden. Selbst das sofortige Entfernen der Zecke verhindert daher eine Infektion nicht. Umso wichtiger ist es, Zeckenstiche zu verhindern. Zum eigenen Schutz sollte man bei Ausflügen in die Natur verschiedene Empfehlungen befolgen und sich impfen lassen. Die Impfung wird ab einem Alter von drei Jahren für Personen empfohlen, die sich in Risikogebiete begeben (in der gesamten Schweiz, mit Ausnahme des Kantons Tessin). 

Symptome

In der ersten Phase der Erkrankung (7 bis 14 Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke) treten bei manchen Menschen grippeähnliche Symptome auf. Die meisten Betroffenen zeigen jedoch keine Anzeichen einer Erkrankung. Nach einigen Tagen klingen diese Symptome von selbst ab. Bei etwa einem Drittel der gestochenen Personen tritt die Krankheit jedoch nach einer symptomfreien Phase in eine zweite Phase ein.

In der zweiten Phase befällt das FSME-Virus das zentrale Nervensystem. In diesem Fall ist die mildeste Form eine Meningitis (Hirnhautentzündung). Diese kann mit folgenden Symptomen einhergehen: hohes Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Krämpfe, Lähmungen und Atemstörungen.

In schweren Fällen tritt die Meningitis zusammen mit einer Enzephalitis auf, bei der die Entzündung das Gehirn befällt. Man spricht dann von einer Meningoenzephalitis. Zu den Symptomen können Bewusstseinsstörungen, Lähmungen in den Armen und Beinen oder im Gesicht sowie Krämpfe gehören. Hinzu können weitere neurologische Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten kommen.

Wenn dieses Virus das zentrale Nervensystem befällt, können bei jeder fünften betroffenen Person langfristige Schäden zurückbleiben. Diese äussern sich in Form von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen oder auch Bewegungsstörungen. Fast 1 % der Patient:innen mit neurologischen Symptomen stirbt an einer durch Zecken übertragenen Meningoenzephalitis.

Behandlung

Insbesondere in der zweiten Phase der Erkrankung ist ein Spitalaufenthalt erforderlich. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen muss die betroffene Person sogar auf die Intensivstation verlegt werden. Es gibt nämlich kein Medikament gegen das Virus – behandelt werden können lediglich die Symptome. Daher ist es wichtig, sich gegen dieses Virus impfen zu lassen und bei Spaziergängen in der Natur einige Vorsichtsmassnahmen gegen Zecken zu treffen.


Quellen: 

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