Streifung: Ein Warnsignal für den Schlaganfall

Ein Schlaganfall kommt meist plötzlich. Manche Betroffene berichten jedoch im Rückblick von Veränderungen in den Tagen oder Wochen davor – etwa von ungewohntem Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafproblemen oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden.

Ein Schlaganfall kommt meist plötzlich. Manche Betroffene berichten jedoch im Rückblick von Veränderungen in den Tagen oder Wochen davor – etwa von ungewohntem Schwindel,…

Solche möglichen «Prodromalsymptome» werden in der Forschung untersucht. Sie sind jedoch unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Aus ihnen lässt sich deshalb ein bevorstehender Schlaganfall nicht zuverlässig erkennen.

Anders ist es bei einer transitorisch-ischämischen Attacke (TIA). Sie wird auch Streifung oder Schlägli genannt und kann ein wichtiges Warnsignal für einen Schlaganfall sein.

Wenn die Symptome wieder verschwinden

Bei einer Streifung treten plötzlich Beschwerden auf, die auch bei einem Schlaganfall vorkommen können: zum Beispiel eine Schwäche oder Taubheit auf einer Körperseite, Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme.

Das Besondere: Die Beschwerden verschwinden wieder. Das kann nur wenige Minuten dauern oder länger anhalten. Gerade deshalb wird eine Streifung manchmal nicht ernst genommen.

Doch auch wenn alles wieder normal ist, sollte man den Vorfall nicht einfach abhaken. Eine Streifung kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall besteht.

Auch eine Streifung ist ein Notfall

Von aussen lässt sich nicht zuverlässig unterscheiden, ob vorübergehende Beschwerden durch eine Streifung oder einen Schlaganfall verursacht werden. Das kann erst durch eine medizinische Untersuchung festgestellt werden.

Deshalb gilt: Bei plötzlich auftretenden neurologischen Symptomen sofort den Notruf 144 wählen – auch wenn die Beschwerden bereits wieder verschwunden sind.

Das BE-FAST-Modell hilft, wichtige Anzeichen zu erkennen:

  • B – Balance: Plötzlicher Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme?
  • E – Eyes: Plötzliche Sehstörungen?
  • F – Face: Hängt ein Mundwinkel herab oder ist eine Gesichtshälfte schwach?
  • A – Arms: Ist ein Arm plötzlich schwach oder taub?
  • S – Speech: Ist die Sprache plötzlich undeutlich oder fällt das Sprechen oder Verstehen schwer?
  • T – Time: Sofort handeln und den Notruf 144 wählen.

Ein Erklärvideo zu BE FAST finden Sie hier.

Ein Warnsignal ernst nehmen

Nach einer Streifung geht es nicht nur darum, dass die Beschwerden wieder verschwunden sind. Eine rasche medizinische Abklärung kann helfen, mögliche Ursachen und persönliche Risikofaktoren zu erkennen und weitere Ereignisse zu verhindern.

Dazu können beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern oder andere Gefäss- und Gerinnungsstörungen gehören. Welche Abklärungen und Massnahmen sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation ab und wird mit medizinischen Fachpersonen besprochen.

Eine Streifung ist keine Entwarnung. Sie ist ein Warnsignal.

Bei plötzlich auftretenden Symptomen wie Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsproblemen gilt: sofort den Notruf 144 wählen – auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden.

Wichtig: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Unspezifische Beschwerden wie Schwindel oder Kopfschmerzen lassen sich nicht zuverlässig als Vorboten eines Schlaganfalls erkennen.

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